Blacky

Blacky ist mein erster Hund. Ich bekam ihn  zu meinem neunten Geburtstag.

 

Hunde habe ich schon immer geliebt, und durch Blacky vertiefte sich diese Liebe noch viel mehr. Er lehrte mich in seinen jungen Jahren viel Geduld und Ausdauer. Er war ein leidenschaftlicher Raufer, und in der Welpenschule und Hundeschule verpönt.

 

Ihn zu zähmen gelang mir nur mit viel Wissen, Liebe und Konsequenz. Nachdem wir mit extrem viel Üben die Begleithundeprüfung ablegtten, konnten wir viele Agility-Turniere wahrnehmen. Wir liebten den Sport, waren miteinander stolz und stark. Unsere freundschaftliches Band lieferte uns höchste Motivation.

 

Mit etwa 10-11 Hunde-Jahren hatte Blacky Schwierigkeiten mit den Agility-Sprüngen bekommen, sodass wir die Sportskarriere beendeten. Ich war sehr traurig, denn mir fehlte unsere gemeinsame Aktivität. Bald darauf kaufte ich einen Zweithund: Labrador Lilly. Sie war die zierlichste und ruhigste aus dem Wurf, und ich hatte ein gutes Gefühl, dass sie Blackys Ruhe-Bedürfnis akzeptieren würde. Mit ihr ändert sich alles: Blacky erblühte wieder! Alles was Lilly als Welpe lernen musste, machte er nochmal mit, und er erfreute sich ihrer ganzen Aufmerksamkeit. Die zwei wurden ein inniges Team. Ich änderte meine berufliche Karriere nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester, und machte mich auf den Weg alles über Hunde zu erfahren, was ich brauchte, um eine gute Hundetrainerin zu werden. Ein Teil davon war ein Monats-Aufenthalt auf einem Hundegnadenhof auf Fuerteventura. Blacky und Lilly begleiteten mich dorthin. Für mich eine unvergesslich intensive Zeit, in der ich meinen Hunden unheimlich nahe stand. Sie lenkten und leiteten meine Entscheidungen für meine eigene Zukunft.

 

Blacky wurde etwa ein Jahr nach unserer Reise krank: Er hatte einen Tumor an der Pfote, der langsam größer wurde. Ich besuchte verschiedene Tierärzte, und entschloss mich seinen Tumor in der Tierklinik entfernen zu lassen. Es wurden Standart-Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob die OP Sinn machen würde. Dabei wurden in einer Röntgenaufnahme Auffälligkeiten gefunden. Mir teilte eine Tierärztin einfühlsam mit, dass es sich hierbei um Lungenmetastasen handelt, und dass die Prognose für Blackys weitere Lebenszeit bei etwa einem halben Jahr läge. Ich könnte ihn jetzt auch narkotisieren lassen, die Tierklinik würde weitere Tests machen, und falls siech der Befund bestätigt, könnten sie ihn auch einfach nach der Narkose nicht mehr aufwachen lassen. Empfehlenswert sei es jedoch ihn wieder mit nach Hause zu nehmen und einfach wieder zu kommen, wenn es ihm schlecht ginge... Ich verlies die Klinik und fühlte mich am Boden zerstört. Blacky schaute mich frech an, nach dem Motto "Glaub doch sowas nicht! Ich bestimme über mein Leben. Die wissen gar nichts!" Ich werde seine Blicke, die er mir in dieser Situation schenkte nie vergessen!

 

(In wichtigen Situationen können Tiere uns sehr wohl verständlich machen, was sie brauchen. wenn wir es ihnen glauben.        DANKE BLACKY)

 

 

So war es dann auch: Blacky wurde wieder gesund. Denken Sie nicht, es wäre eine einfache Zeit gewesen! Als liebendes Frauchen ist jeder Gedanke daran, dass das eigene Tier sehr krank ist, eine Qual! Wir besuchten Anneke Freudenberger, eine Hundeosteopathin in der Nähe von Mannheim. Sie gab mir neuen Mut, und half Blacky seinen Körper wieder in Balance zu bringen. Er bekam Osteopathie-Anwendungen, Kräuter und Heilpilze, Algen und eine Futterumstellung. Nach ein paar Wochen waren seine bisherigen Beschwerden weg, und der Tumor war verschwunden!

Wir genossen ab diesem Zeitpunkt alles noch viel intensiver! Blacky wurde im weiteren Verlauf seines Lebens noch zwei mal "Adoptiv-Papa" von Lillys Hunde-Babys. Er liebte es weiterhin im Mittelpunkt zu stehen, und weichte mir keinen Moment von der Seite. So kam es auch, dass immer er mich zu meinen Fortbildungen und Reisen begleitete, was unsere Beziehung natürlich noch weiter vertiefte.

 

Nachdem ich etwa 3-4 Jahre nichts mit meiner Feinfühligkeit und meinen Fähigkeiten (Tierkommunikation) zu tun haben wollte, brachte mich letzendlich Blacky mit seiner Genesung dazu, meine Ängste zu überwinden.

Zuletzt war Blacky durch seine Herzbeschwerden sehr eingeschränkt. Er wollte noch alles mitmachen, aber er stürzte oft, wurde häufig ohnmächtig, und bekam 3x täglich viele Tabletten. Diese Zeit fiel in meine Hochtzeits- und Flitterwochen-Zeit. Es war wunderschön, dass er in der Kirche dabei sein durfte, während der Trauung. Das war wirklich ganz besonders. In einer letzten Fortbildung, bei der er mich begleiten konnte, durchlebten wir sowas wie eine Abschiedsphase. Wir kuschelten den ganzen Tag, waren permanent in Berührung und die Emotionen waren mit kleinen Ausnahmen sehr friedvoll. Einige Tage später, als wir wieder zuhause waren, verabschiedete Blacky sich entgültig. Er lag in unseren Armen als er sich auf die Reise machte und sein Leben losließ. Alles war gut, alles war okay, und so ging er.

 

 

In Gedanken begleitet er mich auch heute noch sehr oft. Ich bin geprägt von ihm und danke ihn von ganzem Herzen.

 

In unendlicher Liebe

 

Carina

 

 

Carina Gugel, Hundetherapeutin und -Trainerin
Carina Gugel, Hundetherapeutin und -Trainerin